Welcher Shop für Selfmade-Produkte? – Langzeittest

Welcher Shop für Selfmade-Produkte? Langzeittest Dawanda und Etsy cso-munich.de
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Welcher Shop ist der richtige, um meine Selfmade-Produkte auf den Markt zu bringen? Diese Frage stellen sich wohl die meisten, wenn sie online Handarbeit und Kunst verkaufen wollen. Hier hab ich in regelmäßigen Abständen immer wieder von meinen Erfahrungen mit Dawanda und Etsy berichtet – und freue mich, wenn ihr auch eure Erlebnisse auch mit mir teilt.

Als ich im April 2015 angefangen habe, Cabochon-Schmuck und -Accessoires herzustellen und diese auch verkaufen wollte, war für mich zwar gleich klar, dass es ein Online-Shop sein soll. Und dass dafür in erster Linie Dawanda und Etsy in Frage kommen, da sie meiner Meinung nach die bekanntesten Portale für Selbstgemachtes sind. Doch für welchen von beiden ich mich entscheiden sollte, wusste ich nicht – und war mir auch einige Zeit nicht sicher. Deshalb möchte ich hier meine Erfahrungen mit euch teilen.

Grundsätzlich wollte ich eigentlich nur einen Shop haben, da es nicht nur die doppelte Arbeit macht, alles doppelt einzustellen, sondern auch das Doppelte an Einstellgebühren kostet – und man damit die Gewinnspanne natürlich wieder minimiert. Zumindest, wenn man nicht automatisch auch das Doppelte verkauft. 🙂

Dawanda – Mein 1. Shop

Angefangen habe ich mit einem Shop bei Dawanda – und anfänglich so gut wie überhaupt nichts verkauft. Eine ziemlich frustrierende Angelegenheit, wenn man eigentlich gerne seinen Lebensunterhalt mit dem verdienen würde, was man mit Liebe, Zeit und Energie herstellt.

Immer, wenn ich einen neuen Artikel eingestellt habe, wurde er einige Tage lang „geklickt“ und danach nicht mehr. Vermutlich erscheint nur Neues auch automatisch weiter vorne in den Suchlisten. Und wenn es innerhalb dieser Tage nicht gleich gekauft wird, verschwindet es wohl irgendwo in dem immensen Angebot so weit hinten, dass niemand mehr darüber stolpert, der nicht mit mehreren passenden Schlagworten gezielt danach sucht. Dazu kommt natürlich, dass es noch viele andere Anbieter mit ähnlichen Produkten gibt, wie ich sie habe. Auch habe ich schon oft festgestellt, dass ein Artikel, der einmal gekauft wurde, danach gleich oft noch mehrmals über die virtuelle Ladentheke ging. Leider funktioniert der Effekt auch umgekehrt immer mal wieder: Wird der regelmäßige Verkauf aus irgendeinem unersichtlichen Grund einmal unterbrochen, kauft plötzlich längere Zeit niemand mehr das Produkt, obwohl es vorher so beliebt zu sein schien.

Etsy – Mein 2. Shop

Meinen Shop bei Etsy hatte ich anfangs nur kurz und habe ihn dann wieder geschlossen, als ich die ersten Verkäufe auf Dawanda hatte, wo ich schon länger Produkte eingestellt hatte. Ursprünglich wollte ich ja nur einen Shop haben und hatte den Shop auf Etsy nur eröffnet, weil der Verkauf auf Dawanda anfangs nicht in die Gänge kam. Dennoch habe ich den Etsy-Shop inzwischen wieder aufgemacht, weil mir dort einiges gut gefallen hatte und ich einfach wissen wollte, ob ich dort mit etwas Geduld nicht doch mehr erreichen kann. Inzwischen hatte ich auch dort meine ersten paar Verkäufe. Und auch meine ersten Erfahrungen mit Schwierigkeiten, die der weltweite Versand so mit sich bringen kann. Denn obwohl ich auch auf Dawanda zu Beginn den internationalen Verkauf anboten habe, hatte ich dort bisher nur Kunden aus Deutschland und Österreich. Auf Etsy waren nun auch gleich zu Beginn die USA dabei.

Bei Dawanda finde ich das Widget zum Einbinden in den Blog sehr toll, weil es meinen Blog-Besuchern auch wirklich alle Produkte im Wechsel anzeigt, die ich im Shop habe. Beim Mini-Etsy sieht man dagegen immer nur die am neuesten eingestellten Produkte.

Der Kundenservice ist bei beiden Portalen bisher sehr hilfreich und freundlich. Die Statistiken geben bei Etsy etwas mehr Auskunft darüber, wie und woher Leute in meinen Shop gekommen sind und welche Schlagworte sie dorthin geführt haben. Obwohl auf beiden Portalen die Möglichkeit besteht, ein Produkt zu favorisieren, habe ich jedoch wesentlich mehr Favoriten auf Etsy erhalten (was wiederum dazu führt, dass ich auch über die Favoritenlisten von Usern mit meinen Produkten gefunden werden kann. Allerdings hatte ich – obwohl es mich immer wieder sehr gefreut hat, nicht unbedingt den Eindruck, dass sich dies auch unmittelbar in Verkaufszahlen niederschlägt). Etsy informiert einen auch direkt darüber, dass ein Produkt favorisiert wurde und welches. Auf Dawanda erfährt man dies nur, wenn man selbst die Statistik aufruft. Und welches Produkt favorisiert wurde, kann man bisher nur herausfinden, wenn man in den aktiven Angeboten neben jedem einzelnen Produkt die Statistik aufruft und sich vorher auch gemerkt hat, wie viele Likes man wo schon hatte.

Außerdem gibt es auf Etsy Nutzer, die ab und zu ein sogenanntes „Treasury“ erstellen, wo sie Produkte aus verschiedenen Shops zu einem bestimmten Thema sammeln. Ein paar meiner Sachen wurden in so ein Treasury aufgenommen. Das ist natürlich auch nochmal eine super Möglichkeit, von bestimmten Zielgruppen gefunden zu werden. Wie sehr dies die Chancen verbessert, hängt aber natürlich auch wiederum davon ab, wie beliebt und oft besucht das Treasury ist.

Trotzdem habe ich zu Beginn auf Dawanda mehr verkauft, obwohl Etsy mehr aktive Nutzer hat. Was die Statistik dann auch nicht ganz so wichtig macht.

Im Großen und Ganzen habe ich versucht, die Verkäufe in beiden Shops anzukurbeln, indem ich das Mini-Etsy und das Dawanda-Widget hier im Blog in der Sidebar eingebunden hatte und einige Bilder auf Facebook, Twitter, Google+ und Pinterest geteilt habe. Nachdem auch mein Blog noch recht jung ist, habe ich dort aber noch nicht so viele Follower.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Etsy und Dawanda gemacht? Wo verkauft ihr mehr und habt ihr vielleicht einen Tipp, wie man die Verkäufe ankurbeln kann?

Freue mich über euer Feedback.

 

Update 2.8.2016

So, nun möchte ich euch wieder von meinen neuen Erfahrungen mit dem Verkauf eigener Produkte berichten. Welcher Shop sich für wen am besten eignet, hängt bestimmt auch davon ab, welche Art von Produkten man verkauft und wie stark sie sich individualisieren lassen. Bei meinen Namensarmbändern hat sich nach und nach herausgestellt, dass es für beide Seiten am fairsten ist, wenn ich den Preis nach Anzahl der Buchstabenperlen flexibel berechne. Andernfalls hatte ich immer ein dezent schlechtes Gewissen, wenn jemand nur einen einzelnen Buchstaben haben wollte, aber trotzdem den vollen Preis bezahlt hat und umgekehrt kam ich mit dem Preis dann auch etwas in Schwierigkeiten, wenn größere Mengen mit sehr vielen Buchstaben bestellt wurden.

Schließlich ist man auf beiden Portalen darauf angewiesen, seine Produkte zu einem wettbewerbsfähigen Preis einzustellen – ist man aber zu günstig, lohnt sich die Arbeit nicht mehr. Sowohl auf Dawanda als auch auf Etsy hat man die Möglichkeit, die Preise dementsprechend anzupassen.

Bei Dawanda kann man zu diesem Zweck die Funktion einstellen, dass man den Kauf von Produkten erst bestätigt, bevor diese bezahlt werden. Vor diesem Schritt lässt sich der Preis entsprechend anpassen. Das ist sehr praktisch, weil man dabei sehr flexibel ist. Einziger kleiner Nachteil: Der Kunde kann nicht sofort bezahlen und muss sich nach der Bestätigung noch ein zweites Mal einloggen – was manchmal den Ablauf etwas verzögert.

Auf Etsy gibt es sowohl die Möglichkeit, dass man in seinem Shop einstellen kann, dass eine Spezialanfertigung angefragt werden kann. Dabei ist man – wenn ich es richtig verstanden habe – komplett frei in allen Dingen und stellt dann lediglich das fertige Produkt mit dem entsprechenden Preis für den Kunden in den Shop ein (ausprobiert habe ich es noch nicht). Ansonsten kann man bis zu zwei Variationen pro Produkt eingeben und auch den Preis entsprechend anpassen. In meinem Fall habe ich dort die einzelnen Perlen gleich mit den zugehörigen Preisen eingegeben, so dass der Kunde vor dem Kauf direkt die gewünschte Buchstabenperlen-Anzahl auswählen kann und dann in einem Rutsch gleich den passenden Preis bezahlen kann, ohne dass ich noch etwas machen muss.

Das spart beim Verkauf Zeit und Aufwand – sowohl beim Kunden als auch beim Verkäufer. In diesem Punkt hat man auf Etsy technisch mehr Möglichkeiten bei den Voreinstellungen. Wer viel verkauft oder vielleicht „nebenbei“ noch einen Fulltime-Job hat, kann hier ohne zeitlich großen Aufwand auch Produkte mit Variationen verkaufen.

Einen anderen Aspekt möchte ich jedoch auch nicht vernachlässigen, der – zumindest für mich – schon auch eine Rolle spielt: Bisher bin ich (auch durch die nachträgliche Preisanpassung) auf Dawanda viel häufiger mit den Kunden (und auch mit anderen Shopbetreibern) direkt in Kontakt gekommen – wodurch sich oft ein sehr netter Austausch ergibt. Und neben dem Verkauf macht es mir auch große Freude, wenn ich beispielsweise erfahre, dass jemand eine kleine Überraschung mit einem Namensarmband von mir geplant hat und dann noch die Rückmeldung gibt, dass der andere sich sehr darüber gefreut hat.

 

Update 3.1.2017

Für mich hat sich im Laufe der Zeit herausgestellt, dass es am sinnvollsten für mich ist, nur innerhalb von Deutschland zu verkaufen. Da ich kleine und leichte Produkte habe, die man im kleinen Umschlag sehr gut in den nächsten Briefkasten werfen kann, wenn man sie vorher mit einer Briefmarke oder auch Internet-Marke versehen hat, war dies für mich die wirtschaftlichste Lösung. Für einen Versand ins Ausland musste ich immer in die Postfiliale, wenn ich ein Einschreiben hatte. Dieser Punkt mag nicht ins Gewicht fallen, wenn man sehr viele Verkäufe hat und vielleicht einen Dienstleister, der die Pakete täglich bei einem abholt. Aber da ich noch nicht so viele Verkäufe und wie gesagt sehr kleine Produkte habe, lohnt sich dies für mich (noch) nicht. Daher habe ich bei Dawanda und Etsy auf nationalen Verkauf umgestellt. Dies hatte bei Dawanda keinen Rückgang der Verkäufe zur Folge, da ich ohnehin fast alles innerhalb von Deutschland verkauft habe. Auf Etsy wurde ich ja ohnehin schon – sagen wir mal: kaum beachtet. Nachdem ich dort den internationalen Versand herausgenommen habe, hatte ich in zwei oder drei Monaten nur noch zwei Verkäufe, was sich – verrechnet mit den Einstellgebühren und der Zeit zum Einpflegen der Produkte – nicht mehr gelohnt hat. Daher habe ich den Shop bei Etsy zum Jahresende geschlossen.

Dennoch kann ich mir vorstellen, dass man mit einem anderen Produktsortiment, der Bereitschaft zum internationalen Versand und eventuell noch etwas mehr Geduld auch dort gute Ergebnisse erzielen kann.

Für mich hat sich der Dawanda-Shop allerdings als das richtige Modell herausgestellt. Ich hatte/habe dort mehr Verkäufe und mir gefällt dort wie gesagt sehr gut, dass ich mit meinen Käufern und anderen Verkäufern viel mehr in Kontakt komme.

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5 Kommentare

  • Hallo cso,
    ich habe deine Seite gerade gefunden und wollte mich zu Wort melden.
    Auch ich bin begeisterte „Selbstmacherin“, mache verschiedene Dinge, stricken, basteln, etwas Anfängernähen, bisschen töpfern.
    Schon seit einiger Zeit entwerfe und stricke ich Babyschuhe, die ich meistens verschenkt habe. Die Freude und das Entzücken darüber waren jedesmal groß.
    Dann habe ich auf vielfaches Anraten versucht, ein paar Euro nebenher zu machen, mit etwas, was mir großen Spaß macht.
    Auch bei DaWanda hatte ich einige Monate einen Shop. Zu Anfang hatte ich einige Restartikel zum Ausverkaufspreis eingestellt, die auch sehr schnell weg waren. Dann jedoch habe ich einige Paare Schuhe eingestellt und den „Normalverkauf“ begonnen. Das heißt, ich wollte ihn beginnen, denn verkauft habe ich von dem Zeitpunkt an nichts mehr.
    Es waren wohl viele Leute auf meiner Seite, ich habe viele positive Kommentare, Bemerkungen und Feedbacks erhalten, bekam Sternchen, Smileys, Herzchen u. ä. für meine Artikel. Jedoch gekauft hat monatelang niemand mehr etwas.
    Irgendwann bekam ich von DaWanda die Aufforderung, etwas neues einzustellen, da ich das schon länger nicht mehr getan hatte. Es erschien mir aber unsinnig, was neues einzustellen, wenn von den vorhandenen Artikeln noch nicht einer verkauft worden war. Ich hab dann doch ein paar neue Sachen eingestellt, es ging aber genauso weiter, d. h. gar nicht.
    Nach 8 Monaten habe ich den Shop wieder geschlossen, weil absolut nichts passierte.
    Kannst du dir vielleicht denken, ob und was ich verkehrt gemacht habe? Sollte ich es u. U. nochmal versuchen? Allerdings weiß ich, dass gerade DaWanda zwischenzeitlich total überlaufen ist und man als Einzelperson/-shop im Überangebot untergeht.
    Habe auch andere Dinge ausprobiert, um meine Artikel zu verkaufen, bis jetzt mit sehr mäßigem Erfolg.

    • Hallo,
      vielen Dank für den interessanten Kommentar. Ich kann natürlich nur von mir sprechen und weiß nicht, ob es bei teureren oder selteneren Produkten anders ist, aber bei mir ist es bisher so, dass die Menge der Produkte schon einen Einfluss auf die Häufigkeit der Verkäufe hat. Ich vermute, dass man dann insgesamt einfach häufiger über die Suche gefunden wird. Ich habe auch immer wieder Phasen, in denen ich plötzlich mehrere Artikel in kurzer Zeit verkaufe und dann „reißt es ab“ und es tut sich wieder länger nichts. Die besten Erfahrungen habe ich bisher damit gemacht, in regelmäßigen Abständen ein neues Produkt einzustellen (nicht alle auf einmal), so dass im Shop einfach was passiert und man über das neue Produkt wieder besser gefunden wird. Aber bei mir hat es auch eine ganze Zeit gedauert, bis sich die Verkäufe gesteigert haben, genügend Bewertungen abgegeben wurden etc. Bei Etsy bin ich auch manchmal kurz vorm Aufgeben, weil man ja dauernd die Einstellgebühren zahlt und es frustrierend ist, wenn sich einfach nichts tut. Aber das war bei Dawanda am Anfang auch nicht anders. Und irgendwann ging es dann doch langsam los. Wenn Sie nicht so viele Produkte haben und die Einstellgebühren kein Problem sind, könnten Sie es ja vielleicht nochmal versuchen und sich im Forum auf Dawanda Feedback von anderen holen, was Verbesserungsmöglichkeiten angeht (Wie kommen die Fotos an, wirkt der Shop einladend und freundlich?). Plattformen wie Pinterest, wo man die Fotos der Produkte pinnen kann, bringen mir auch den ein oder anderen Klick von außen…

  • Tolle Armbänder! Sind das die, die du selbst machst?

  • Danke für den tollen und informativen Beitrag! Ich hab schon wild herumgegooglet, und das ist der erste Post, der mir wirklich hilft! Danke für das Teilen deiner Erfahrungen!

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